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Granulation verstehen: den magischen Zufallseffekt den du kontrollieren kannst

Granulation verstehen: den magischen Zufallseffekt den du kontrollieren kannst
Granulation verstehen: den magischen Zufallseffekt den du kontrollieren kannst
Donnerstag, 27. November 2025 - 0 Comments
Posted by Tanja Pede

Manche der schönsten Momente beim Aquarellmalen sind die, die wir nicht planen. Wenn die Farbe auf dem Papier ihr Eigenleben entwickelt und Texturen entstehen, die wir mit dem Pinsel nie hätten malen können. Genau das ist die Magie der Granulation – und ich möchte dir heute zeigen, wie du sie verstehst und für dich nutzt.

Was ist Granulation überhaupt?

Stell dir vor, du streust Sand in eine Pfütze. Die schweren Sandkörner sinken auf den Grund, während das Wasser langsam verdunstet. Granulation ist im Grunde dasselbe, nur mit Farbpigmenten.

Granulation ist ein Effekt, bei dem sich schwerere Pigmentpartikel in den Vertiefungen (den „Tälern“) des Aquarellpapiers absetzen, während leichtere Partikel obenauf schwimmen. Das Ergebnis ist eine körnige, gesprenkelte Textur, die dem Bild eine unglaubliche Tiefe und Atmosphäre verleiht. Es ist kein Fehler, sondern eine wunderbare Eigenschaft bestimmter Pigmente.

Warum granulieren manche Farben – und andere nicht?

Das Geheimnis liegt in den Pigmenten selbst. Nicht alle Pigmente sind gleich. Manche, wie die synthetischen Phthalocyanine (typisch für leuchtende Blau- und Grüntöne), haben winzige, einheitliche Partikel. Sie verteilen sich gleichmäßig auf dem Papier und ergeben eine glatte, homogene Farbfläche. Man nennt sie auch „Staining“-Farben, weil sie tief ins Papier eindringen.

Andere Pigmente, oft natürliche Mineralpigmente wie Ultramarin oder gebrannte Siena, bestehen aus größeren, schwereren und unregelmäßigeren Partikeln. Diese Partikel sind zu schwer, um gleichmäßig zu schweben. Sie „fallen“ quasi aus der Wasser-Farb-Mischung heraus und sammeln sich in den Tälern der Papierstruktur.

Was unterscheidet granulierende von nicht-granulierenden Farben?

Granulierende Farben Nicht-granulierende Farben
Pigmentpartikel Groß, schwer, unregelmäßig Klein, leicht, einheitlich
Textur Körnig, strukturiert, lebendig Glatt, homogen, flach
Verhalten Setzen sich in Papiertälern ab Dringen gleichmäßig ins Papier ein
Beispiele Ultramarin, Potter’s Pink, Erdtöne Phthalo-Blau, Chinacridon-Rosa

Für wen ist Granulation gedacht?

Granulation ist nicht für jeden und nicht für jedes Motiv die richtige Wahl. Aber sie ist perfekt für dich, wenn du:

  • Textur und Atmosphäre liebst – Du möchtest, dass deine Bilder nicht flach, sondern lebendig und greifbar wirken.
  • Landschaften malst – Granulation ist pures Gold für die Darstellung von Sand, Felsen, alten Mauern, Baumrinde oder stürmischem Himmel.
  • Abstrakte Kunst schaffst – Du liebst den unvorhersehbaren, organischen Charakter, den Granulation deinen Werken verleiht.
  • Den „Happy Accident“-Faktor schätzt – Du genießt es, wenn die Farbe ein Stück weit die Kontrolle übernimmt und magische Momente auf dem Papier entstehen.

Ich persönlich liebe Granulation, weil sie meinen Bildern eine Authentizität gibt, die ich mit reiner Technik nur schwer erreichen könnte. Sie haucht einer einfachen Farbfläche Leben ein.

Wie du den Effekt kontrollieren und verstärken kannst

Granulation ist zwar ein „Zufallseffekt“, aber du bist dem nicht hilflos ausgeliefert. Mit ein paar Tricks kannst du ihn gezielt steuern:

1. Viel Wasser verwenden: Mehr Wasser gibt den Pigmenten die Freiheit und die Zeit, sich zu bewegen und in den Papiertälern abzusetzen. Arbeite nass-in-nass und lass richtige kleine „Pfützen“ auf dem Papier stehen.

2. Das richtige Papier wählen: Je rauer das Papier, desto stärker der Effekt. Auf Cold Press oder Rough Papier mit viel Textur kann die Granulation ihre volle Pracht entfalten. Auf glattem Hot Press Papier wirst du kaum einen Effekt sehen.

3. Das Papier neigen: Während die Farbe trocknet, kannst du dein Papier leicht neigen und kippen. So „schiebst“ du die schweren Pigmentpartikel gezielt in bestimmte Bereiche.

4. Geduld haben: Fummel nicht zu viel in der trocknenden Farbe herum! Gib den Pigmenten Zeit, ihre Arbeit zu tun. Der schönste Effekt entsteht oft, wenn man die Farbe einfach in Ruhe lässt.

Meine Granulating Stars Sets: Die Magie in Reinform

Weil ich so fasziniert von diesem Effekt bin, wollte ich Farben schaffen, die diese Eigenschaft auf die Spitze treiben. So sind meine Granulating Stars Sets entstanden. Das Besondere daran: Es sind keine Mischungen aus verschiedenen Pigmenten, sondern reine Einzelpigmente, die von Natur aus extrem stark granulieren – eine echte Seltenheit!

Diese Sets sind für alle, die den Zauber der Granulation lieben und ihn gezielt einsetzen wollen:

  • Granulating Stars Set „Pastel Horizon“ – Eine zarte, pastellige Palette, die an einen nebligen Morgen am Meer erinnert. Perfekt für sanfte, atmosphärische Landschaften und verträumte Stimmungen. Die Farben trennen sich in wunderschöne, subtile Nuancen.
  • Granulating Stars Set „Celestial Drift“ – Eine kräftigere, mystischere Palette, die an einen Sternennebel oder eine stürmische See denken lässt. Ideal für dramatische Himmel, abstrakte Werke und intensive Texturen.

Jedes Set kostet 29,00 € und enthält vier einzigartige, stark granulierende Einzelpigmente.

Fazit: Mut zum Zufall

Granulation ist kein technischer Fehler, sondern ein kreatives Werkzeug. Sie erinnert uns daran, dass wir beim Malen nicht immer alles kontrollieren müssen. Manchmal entstehen die schönsten Dinge, wenn wir dem Material vertrauen und ihm erlauben, mit uns zu arbeiten.

Also, hab keine Angst vor der Körnigkeit! Experimentiere, spiele mit Wasser und Papier und entdecke die Magie, die in deinen Farben steckt.

Entdecke die Granulating Stars Sets jetzt im Shop

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